Blockiert vom eigenen Idealismus

Interessanter Text über die eigene Idealismus Blockade.

Schwarz-Gelb ist die Regierung nach der Wahl im September 2009 und keineswegs zufrieden sind wir, die Alternativen damit. Wir sind die Menschen die nachdenken über die Macht der Wirtschaft und der Medien, über die Ungerechtigkeit der Kriege und die zunehmende staatliche Repression.

Viele Menschen sind unzufrieden mit der Situation und mit ihrem Leben. Keiner hat mehr Geld – das Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben hat sich pervers verschoben und aus der Mittelschicht wurde die Unterschicht. Ganz schnell gehört man zum Existenzminimum. Die Werbung verkauft Wohlstand und Lebensgefühl durch die Produkte. Konsumiere und du stellst etwas dar. Damit wollen wir uns nicht „abspeisen“ lassen. Aber der Fernseher und das Internet sind zur neuen Gottheit der Massen mutiert.

Ich sitze mit ein paar Leuten zusammen. Wir fangen an über Politik zu reden. Noch ist alles ruhig. Als das Thema über Krieg und unfairen Handel, Wirtschaft und Korruption zu Großkonzernen wie CocaCola und Nestlé wechselt wird die Diskussion heftiger. Ich kann die Ignoranz vieler Leute nicht begreifen. Werde wütend, werde laut aufgrund der Ohnmacht die mich selbst lähmt.
Nach einer halben Stunde, in der ich nicht gerade fair argumentiert habe muss ich eine rauchen gehen. Vor Wut, Trauer und Ohnmacht gegenüber der Situation stehen mir die Tränen in den Augen.

Ich fange an über mich nachzudenken. Auch ich lebe nicht p.c. – political correct. Auch ich bin blockiert durch meinen eigenen Idealismus. Wäre gerne, was ich nicht immer bin – nämlich frei von all jenen aufgezwängten Gute-Welt-Szenarien. Wir versklaven uns selbst. Kommen nicht weiter. Wollen etwas tun – und tun doch nichts. Lassen uns viel zu viel gefallen.

In der Diskussion fiel der Satz:
„Wenn es den Leuten reicht wird schon was passieren! Dann stehn die Leute auf!“ Ja, „die Leute“. Die Leute sind wir, oder? Man wartet auf den einen. Man wartet dass jemand anfängt und man sich anschließen kann.

Wohl braucht jede Bewegung einen Anführer, das sehe ich ein.
Aber wer sagt das wir nicht diejenigen sind, die anfangen sollten? Ich bin kein Anfüher, aber vielleicht sollte ich, nicht man, anfangen etwas zu tun!
Ohne die radikalen Gedanken der Veränderung und dass wir etwas erreichen können wird nichts geschehen.

„Erinnert ihr euch nicht?“


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